Hej, ich bin doch kein Blümchen-Fotograf!

Genau das sagte mal ein Pressefotograf zu mir. Als Journalistin hab ich im Laufe meines Lebens mit einigen sehr guten Pressefotografen zusammengearbeitet. Leider hat das mit den Jahren immer mehr nachgelassen. Als die Kameras digital wurden, brauchte man sie nicht mehr – die hoch qualifizierten und super ausgebildeten Fotografen, die mit drei verschiedenen Kameras um den Hals furchtlos alles einfingen und anschließend in der Dunkelkammer wahre Wunder vollbrachten. Zum Glück gibt es natürlich immer noch viele hervorragende Pressefotografen. Aber bei kleineren Reportagen geht man heute im allgemeinen davon aus, dass auch ein Journalist auf den Auslöser drücken kann. Vor allem, seitdem praktisch jeder ein Smartphone in der Tasche hat.

Ich habe schon immer sehr gerne fotografiert, aber ohne Fotografenausbildung war ich in den Augen meiner Foto-Kollegen natürlich nur ein jämmerlicher Amateur. Als ich einmal ein paar Tage lang auf einer Reportagereise mit einem Fotografen war, wollte ich mir ein paar Tipps geben lassen, weil ich rein technisch bei Blende und ISO nicht ganz durchblickte. Seine Antwort: „Hej du, ich bin doch kein verdammter Blümchenfotograf“. Das war genauso abfällig gemeint, wie es sich anhört und ich hatte ganz deutlich das Gefühl, dass ich gerade mit meiner doofen Frage sein Ehrgefühl verletzt habe.

Ich hab dann gleich meine Fühler wieder eingezogen und wagte gar nicht zu sagen, dass ich es es eigentlich auch nicht bin. Meine Liebe gehört großartigen Landschafen und der Architektur.

Trotzdem fotografiere ich natürlich manchmal Blümchen. Wie jeder Hobby-Fotograf. Blumen haben nämlich einen großen Vorteil: Es gibt sie immer. Selbst bei schlechtem Wetter. Dann muss halt der Strauß Blumen im Wohnzimmer herhalten. Außerdem locken sie Bienen an und bieten dadurch eine hervorragende Möglichkeit, mal das Marko-Objektiv richtig auszureizen.

 

Blümchenmotive haben noch einen weiteren Vorteil. Sie sind hervorragende Vorlagen, wenn man mit seinen diversen Foto-Bearbeitungsprogrammen arbeiten, lernen und üben will. Gerade in den letzten Wochen, als es viel zu heiß war, um mit der Kamera loszuziehen, habe ich mich wieder einmal damit beschäftigt.

Hier einige Fotos, die ganz normale (langweilige?) Blümchen zeigten und die ich mit Photoshop-Lightroom und diversen Nick-Filtern bearbeitet habe

biene3-ba (1 von 1)blume3-ba2 (1 von 1)high-key-7bb04526-6b82-4d11-938c-28b3cd256e17

Ob einem diese Bearbeitungen gefallen, ist natürlich Geschmackssache. Fakt ist, dass man dabei etwas lernt. Das unterste dieser drei Fotos entstand ürigens schon vor einigen Jahren, die beiden ersten sind aktuelle Fotos.

pustekuchen-df5f3d6d-62a5-415d-9b31-379ea8e6cd2c

Auch eine Bearbeitung  vom letzten Sommer. Sehr düster und etwas geheimnisvoll.

Folgende Fotos sind in den letzten Tagen entstanden und so gut wie unbearbeitet. Blümchen und Bienen sind eigentlich was feines, oder? Okay, ich gestehe es. Ich bin doch „ein verdammter Blümchen-Fotograf“ 🙂

sonnenblume1 (1 von 1)diesteln (1 von 1)durst (1 von 1)

biene (1 von 1)

 

Für alle, die technisch interessiert sind: Ich fotografiere Blümchen fast ausschließlich mit einer Festbrennweite (Nikkor 105 mm 1:2.8 G ED) und mit offener Blende. Das verkleinert den Schärfepunkt natürlich ungemein. Man könnte ein Focus-Stacking durchführen – also das gleiche Motiv als Reihe mit verschiedenen Fokuspunkten festhalten, die Fotos dann übereinanderlegen und so den Schärfepunkt künstlich vergrößern. Mir gefällt jedoch die leichte Unschärfe, die den Focuspunkt umgibt.

In diesem Sinne wünsche ich euch allen noch einen schönen Rest-Sommer!

 

 

 

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