Fotografieren und Job

Die Fotografie ist mein Hobby, aber natürlich greife ich auch als Journalistin zur Kamera. Das hat mir anfangs viel Überwindung gekostet, da ich großen Respekt vor dem Ausbildungsberuf „Fotograf“ habe und ich viele Jahre mit Pressefotografen zusammengearbeitet habe. Früher wäre es undenkbar gewesen, als Journalistin selbst die Kamera in die Hand zu nehmen. Aber die Grenzen haben sich verwischt, es gibt nur noch wenige richtige Pressefotografen, und gerade bei ganz normalen Reportagen geht man heute davon aus, dass man auch als Schreiberling auf den Auslöser drücken kann. So sind inzwischen schon öfters Fotos von mir in Zeitungen und Zeitschriften erschienen.

Eine Reportage mit Text und Foto habe ich nun in der Fachzeitschrift KOMMUNALtopinform veröffentlicht. Es ging um das Thema Bestattungswald. Das Thema liegt mir sehr am Herzen, da mein Mann vor zwei Jahren starb und in einem Ruheforst beigesetzt wurde. Diese Bestattungsform ist eine schöne Möglichkeit, aber auch sie hat ihre Tücken. Viele denken heute, die Pflege eines Grabs sei eine reine Belastung. Sie hat jedoch durchaus etwas therapeutisches. Es hilft dem Trauernden, ein Grab pflegen zu können. Das ist in einem Ruheforst nicht möglich. Trauer – das ist ein Gefühl, das wir uns nicht vorstellen können. Vielleicht ein bisschen, aber nie das ganze Ausmaß. Es überrollt einen. Niemand kennt seine eigenen Bedürfnisse, bevor es so weit ist. Es gibt Menschen, die in ihrer Trauer jahrelang den Friedhof meiden. Andere müssen das Grab jeden Tag besuchen, um irgendwie mit ihrem Leben weiterzukommen. Viele merken erst viel zu spät, dass ihnen die Grabpflege fehlt. Sie fühlen sich sogar schuldig, wenn sie den Grabplatz im Wald verlassen, ohne vorher irgendetwas hinterlegt zu haben. Die Verwaltung eines Bestattungswalds muss deshalb immer wieder Blumen oder sogar Kerzen entfernen. Ich ahnte, dass es dieses Problem gibt. Aber erst im Interview wurde mir klar, wie umfangreich es ist.

Der 1. September ist der Todestag meines Mannes, und es war reiner Zufall, dass genau zwei Jahre später der Artikel über „seinen Wald“ erschien.

Hier noch ein paar Fotos in Groß. Da Blumenschmuck verboten ist, findet man solche stillen Grüße unter den Bäumen. Manchmal auch eine einsame Rose oder ein paar Blumen vom nahen Feld.

Und noch ältere Fotos aus dem Ruheforst

Falls sich jemand von euch fragen sollte, wie es mir nun zwei Jahre nach dem Tod meines Mannes geht: Es geht mir noch genauso wie vor einem Jahr. Es hat sich nichts verändert. Ihr könnt auf diesem Link den alten Beitrag lesen. https://ingridsfotokiste.com/2018/09/01/du-fehlst/

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